Kurkuma ist ein aus Indien stammendes Currygewürz, das in den letzten Jahrzehnten großes Interesse auf sich gezogen hat, da es bioaktive Curcuminoide (Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin) enthält. Curcumin, ein lipophiles Polyphenol, kann als Antikrebs, Antibiotikum, entzündungshemmend wirken auch als Anti-Aging Mittel, wie in mehreren In-vitro-, In-vivo-Studien und klinischen Studien vorgeschlagen.
Eine schlechte Wasserlöslichkeit, Bioverfügbarkeit und pharmakokinetische Profile schränken jedoch die therapeutische Verwendung von Curcumin ein. Um diese Probleme anzugehen, wurden verschiedene Formulierungen mit Curcumin entwickelt. Dabei wurden zusätzliche Wirkungen von Curcumin entdeckt.
Kurkuma (Curcuma longa) ist eine Pflanze aus der Ingwer Familie (Zingiberaceae), die aus Indien stammt und derzeit in mehreren anderen Teilen der Welt angebaut wird, darunter in Südostasien, China und Lateinamerika. Kurkuma ist aufgrund seines Geschmacks und seiner Farbe ein weit verbreitetes Gewürz, das bei der Zubereitung von Curry in Indien und anderen asiatischen Ländern verwendet wird. Indien ist der größte Produzent und führende Exporteur.
Curcumin hat hauptsächlich drei reaktive Stellen, einen Wasserstoffdonator, einen Michael-Akzeptor, Kohlenstoffbinder und einen Metallchelator. Curcumin kann als Chelator die Metallionen von Mangan, Eisen, Zink, Aluminium, Kupfer, Chrom, Arsen, Quecksilber und Blei binden. Keine Angst hier wird nicht das Gute mit dem Schlechten rausgeschafft.
Curcumin kann mehrere biologische Ziele beeinflussen und zeigt nachweislich Aktivität gegen verschiedene Krankheiten (einschließlich Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische und Autoimmunerkrankungen). Curcumin kann mehrere biologische Ziele (einschließlich Transkriptionsfaktoren, Wachstumsfaktoren, Entzündungsmediatoren, Zytokine, Zellzyklusproteine, Enzyme, Proteinkinasen und apoptotische Proteine) und Zellwege modulieren. Beispielsweise moduliert Curcumin das Tumorwachstum über die Regulierung mehrerer Signalwege, einschließlich des Zellüberlebens, des Tumorsuppressors, der Caspase-Wege, der Proteinkinase und der Todesrezeptorwege.
Krebs: Curcumin hat protektive Wirkung, begrenzt das Tumorwachstum und fördert den Tod von Tumorzellen.
Herz-Kreislauf: Curcumin senkt den CRP Proteinspiegel, moduliert den Lipidspiegel (Triglyceride, LDL und Cholesterin), schützt Gefäße und erhöht Glutathion sowie Superoxiddismutase.
Diabetes: Curcumin war effektiv bei der Therapie von Diabetes durch Senken der Zucker- und Hämoglobinspiegel und Verbessern des Plasma-Protein Verhältnisses (Regulation der osmotischen Leistung von Blut).
Eine wachsende Zahl von Studien zu unterschiedlichen Krankheiten belegt die Effektivität von Curcumin in der Therapie. Das lässt den Schluss zu, dass Curcumin bei verschiedenen Gesundheitszuständen, einschließlich Hautkrankheiten, Arthritis bedingten Krankheiten, Stoffwechselerkrankungen und depressiven Störungen wirkt.
Auf der Suche nach besserer Bioverfügbarkeit mit Piperin, Lösungen und auch zusammen mit Traubenzucker hat sich eines klar herausgestellt: Curcumin wirkt! Es senkt Entzündungswerte auch bei Krankheiten, wo die Ursache eine chronische Entzündung ist wie MS oder Rheuma oder COPD. Es verbessert die Entgiftung auch von Schwermetallen. Es stärkt die Enzymsysteme der Entgiftung und kann auch das Mikrobiom unterstützen. In neueren Arbeiten wurde eine Verbesserung der Darm-Hirn-Achse gezeigt. Andere Arbeiten reden davon, dass Curcumin neuroprotektiv ist.
Curcumin ist effektiv. Natürlich in therapeutischen Dosen, also 700 mg Curcumin ist nett, mit 2000 mg und mehr erzielt man dann auch eine Wirkung. Verschiedenste Studien zum Einsatz von Curcumin in der klinischen Praxis arbeiten mit 2000 mg und mehr. Einige der Studien, die die Wirkung von Curcumin im Mikrobiom untersucht haben, verwendeten Dosierungen von 3000 mg..
Eine nicht so häufig genannte Wirkung bezieht sich auf die Bioverfügbarkeit von Curcumin. Bei Betrachtung der Bioverfügbarkeit wird das Eintreten dieses Polyphenols in den menschlichen Körper analysiert.
Curcumin entfaltet seine Wirkung auch im Mikrobiom! Ganz langsam. Curcumin wirkt bevor es in den Körper aufgenommen wird, genau! Welche Wechselwirkung hat es mit den Symbionten, unseren Mitbewohnern? Die Zusammensetzung des Mikrobioms kann mit DNA Sequenzierung gut untersucht werden. Curcumin verändert das Mikrobiom, es wird artenreicher. Es werden Arten vermehrt, die Polysaccharide, also Fasern, und Wasserstoff abbauen, also Bacteroidetes und Firmicutes. Bacteroidetes liefern ua. Propionate, kurzkettige Fettsäuren (wir können Bullet Proof Coffee auch selbst herstellen!) Diese beiden Arten machen etwa 90 Prozent des Mikrobioms aus.
Lange Rede, Curcumin kann das Gleichgewicht im Mikrobiom verbessern. Damit wird unser Wohlbefinden gesteigert.
Curcumin hilft auch bei Kopfschmerzen und auch bei Zahnschmerzen – selbst ausprobiert. Mein Schwiegervater der Reserve hatte eine Divertikulitis und wurde mit einem CRP Wert von 20 aus dem Krankenhaus entlassen. Der CRP sank ohne Antibiotika mit Curcumin innerhalb von 3 Tagen auf einen normalen Wert; der Hausarzt hat gestaunt.
Curcumin regt den Gallenfluss an. Deshalb ist bei Gallensteinen Vorsicht geboten. Curcumin zählt auch zu den Phase II Enzym Induktoren. Phase II Enzyme sind Bestandteil der Biotransformation von xeno- und endobiotischen Stoffen. Das sind ua. die Enzyme Glutathion-S-Transferase (GST), UDP-glucurunosyltransferase (UGT), N-acetyltransferase (NAT) und Sulfotransferase (SULT). Das ist aber auch gut zu wissen für das Thema Entgiftung. Gallensäuren sind an der Entgiftung vieler Substanzen beteiligt.
Reicht es mit Curcuma zu würzen. Kurze Antwort: Nein. Gewürzte Speisen haben einen Effekt. Der ist eher in jahrelanger Vorsorge zu sehen. Also ran an die goldene Milch, Suppen oder mal eine gelbe Mayonnaise. Was das Gewürz vom wirksamen Stoff unterscheidet,
ist zum einen die Qualität und zum anderen die Bioverfügbarkeit.
(Peter Oeser)