Es wird ein Verfahren zur Verwendung von Vitamin C in Mengen beschrieben, die knapp unter den Dosen liegen, die Durchfall verursachen (TITRIEREN AUF SCHÜSSELTOLERANZ). Die Menge an oraler Ascorbinsäure, die von einem Patienten ohne Durchfall toleriert wird, nimmt etwas proportional zum Stress oder zur Toxizität seiner Krankheit zu.
Es geht um die orale Aufnahme einer Megadosis. Diese Dosis ist für Menschen, die solch große Mengen tolerieren können bei vielen Symptombildern erfolgreich, siehe Tabelle. Die Anwendung solch hoher oraler Mengen ist kontrovers. Vielfach wird davon ausgegangen, dass solche Mengen nur i.v. verabreicht werden können. Das Townsend Letter, eine Veröffentlichung der alternativen Medizin, hat eine Arbeit veröffentlicht, die einen Vergleich von Vitamin C i.v. und oral beschreibt mit dem Schluss, dass die orale Gabe in der Dosisantwort vergleichbar ist. Wenn eine orale Megadosis vertragen wird, ist das einfacher zu handhaben als eine Spritze.
https://www.townsendletter.com/…/online-unexpected…/
Darmtoleranzdosen von Ascorbinsäure lindern die akuten Symptome vieler Krankheiten. Geringere Dosen haben oft nur geringe Auswirkungen auf akute Symptome, unterstützen den Körper jedoch bei der Bewältigung des Krankheitsstress und können die Morbidität der Krankheit verringern. Wenn jedoch keine Ascorbatdosen bereitgestellt werden, um diesen potenziellen Nährstoffverbrauch zu decken, werden zuerst die an der Krankheit beteiligten lokalen Gewebe, dann das Blut und dann der Körper im Allgemeinen an Ascorbat angereichert (ANASCORBEMIA und ACUTE INDUCED SCURVY). Der Patient ist dadurch einem Risiko für Komplikationen von Stoffwechselprozessen ausgesetzt, von denen bekannt ist, dass sie von Ascorbat abhängen.
Der Körper holt sich das Vitamin C da, wo er es bekommen kann. Auch wenn andere Prozesse wie die Bildung von Kollagen oder die Bildung von Hormonen verlangsamt oder zum Stillstand gebracht werden.
Nochmal langsam: der Körper holt sich im Krankheitsfall das Vitamin C aus allen Geweben. Damit ist dann die Bildung von Kollagen betroffen: Bindegewebe, Gefäße, Haut, Knochen, Zähne sowie Hormone. Die enzymatischen Prozesse, die Vitamin C benötigen, wie z.B. Fettstoffwechsel in der Leber, laufen langsamer. Wie kann man das sehen? Am Hautbild, an Wundheilung, an “Dellen”, an Gries in der Gallenblase.
Bedingt durch das Krankheitsgeschehen verändert sich die Darmtoleranz hoher Dosen an Vitamin C, spekuliert ein biologischer Mechanismus der Abwehr. Dieser wurde von Robert F. Cathcart formuliert. Die Darmtoleranz und Aktivität der Magensäure bei Menschen unter starkem Stress oder einer Krankheit verändert sich, was die Aufnahme hoher Vitamin C Mengen möglich macht.
https://www.sciencedirect.com/…/abs/pii/0306987781901262
Was bedeutet das? Viele Menschen bekommen bei einer Dosis von 6 Gramm Vitamin C oral Durchfall oder werden zur Biogasfabrik. Wenn es dann im Leben etwas stressiger wird oder eine Erkältung im Anzug ist können 6 Gramm Vitamin ohne Probleme vertragen werden. Da gibt es dann keine Darmeffekte mehr. Der Körper hat sich umgestellt, dann werden je nach Erkrankung deutlich höhere Mengen Vitamin C toleriert.
Es lohnt sich mal die Liste anzusehen; dann den Blick nach rechts auf die Dosis. Und dann nochmal nachdenken: die entzündlichen Aspekte der genannten Symptombilder lassen sich kontrollieren. Das ist kein Schicksal! Vitamin C verbessert den Stoffwechsel und stärkt das Immunsystem. Das Immunsystem kann auch durch schwierige Ereignisse im Leben beeinträchtigt werden. Da zählen auch Rechnungen, Steuerbescheide, Polizeikontrollen oder Bußgeldbescheide oder eine Auseinandersetzung in Partnerschaft oder Familie oder mit dem Lebenspartner dazu.
Die angegebenen Mengen erschrecken. Dazu sind das keine berechneten Werte, das sind Erfahrungswerte, also Menschen haben das zu sich genommen und hatten Erfolg – und das ist schon einige Jahrzehnte her. Spätestens jetzt setzt ein spekulatives Staunen ein. Ein Blick auf die Kurve der Dosisantwort lässt ahnen warum die zeitlich gestaffelte Gabe so effektiv ist. Sie führt zu einem konstant hohen Vitamin C Spiegel. Nochmal langsam: ein konstant hoher Spiegel sorgt für ein starkes Immunsystem, ein Immunsystem, das gut versorgt ist und seinen Träger wieder gesund macht – und das bei einem Minimum an Effekten und keinen Langzeit Folgen. Und vom Preis her ziemlich unschlagbar: etwa 10 EUR pro Kilogramm.
So, jeder der jetzt einen Blick auf die Tabelle geworfen hat, wird erstmal erschrecken und sich fragen wie das möglich ist, ob das ein Risiko darstellt oder gar ein Scherz ist und warum er noch nicht davon gehört hat. Also ganz langsam und der Reihe nach.
Subklinischer Skorbut
Was ist das? Mir fallen doch keine Zähne aus. Oder vielleicht doch?
Zu den Symptomen von Skorbut gehören Mattigkeit, Unwohlsein, Zahnfleischbluten, Zahnverlust, Nasenbluten, Blutergüsse, Blutungen in allen Körperteilen, leichte Infektionen, schlechte Wundheilung, Gelenkverschlechterung, brüchige und schmerzhafte Knochen sowie Tod, usw. Es wird angenommen, dass diese Krankheit nur bei einem Mangel an Vitamin C über die Nahrung auftritt. Gut ernährte Menschen enthalten normalerweise nicht viel mehr als 5 Gramm Vitamin C in ihrem Körper. Leider hat die Mehrheit der Menschen weit weniger Ascorbat in ihrem Körper und ist einem Risiko für viele der genannten Probleme ausgesetzt, die mit dem Versagen von Ascorbat abhängigen Stoffwechselprozessen zusammenhängen. Dieser Zustand wird als chronische subklinischer Skorbut (CHRONIC SUBCLINICAL SCURVY (12)) bezeichnet.
Wer erinnert sich nicht daran: Wunden, die nicht so schnell heilen, Blutergüsse, Gelenkschmerzen oder gebrochene Knochen, die nicht hätten brechen sollen, ein merkwürdiges Nasenbluten, empfindliches Zahnfleisch, Antriebslosigkeit – alles Warnsignale!
Wenn eine Krankheit toxisch genug ist, um den potenziellen Verbrauch von 100 Gramm Vitamin C zu erreichen, dann sind die gespeicherten 5 Gramm Ascorbat in unserem Körper nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Zustand von einem subklinischen Skorbut wird schnell erreicht. Ein Teil dieses erhöhten metabolischen Bedarfs an Ascorbat tritt in Bereichen des Körpers auf, die nicht primär an der Krankheit beteiligt sind und kann durch Funktionen wie die Nebennieren erklärt werden, die mehr Adrenalin und Kortikoide produzieren. Das Immunsystem produziert mehr Antikörper, Interferon und andere Substanzen, um die Infektion zu bekämpfen. Durch lokal in den primär infizierten Geweben erhöhte Stoffwechselraten wird der Vorrat an Ascorbat schnell erschöpft.
Die infizierenden Organismen selbst setzen Toxine frei, die durch Ascorbat neutralisiert werden und dabei das Ascorbat zerstören. Die Ascorbatspiegel in Nase, Rachen, Eustachischen Röhren und Bronchien, die lokal bei einer 100-Gramm-Erkältung infiziert sind, sind dann sehr niedrig. Bei akut induziertem Skorbut in diesen Bereichen ist es kein Wunder, dass die Heilung verzögert wird und Komplikationen wie chronische Sinusitis, Mittelohrentzündung und Bronchitis usw. auftreten.
Etwas zum Mechanismus von Vitamin C: Eine Substanz, die die Natur überall einsetzt. Nur bei uns Menschen ist das bildende Enzym in der Leber weggefallen. Auf molekularer Basis ist der gesamte Lebensprozess nichts anderes als ein geordneter Fluss und Transfer von Elektronen. Wenn daher eine Substanz wie Ascorbinsäure in lebender Materie im Überfluss vorhanden ist, kann dieser geordnete Fluss und die Übertragung von Elektronen einfacher erfolgen. Es wirkt im Wesentlichen wie ein Öl für die Maschinerie des Lebens. Dies wurde vor Milliarden von Jahren von der Natur entdeckt. Neuere Arbeiten zeigen, dass dieses Oxidations-Reduktions-System noch mehr aktive freie Radikale bilden kann, das erklärt einige seiner ungewöhnlichen biologischen Wirkungen.
Eine der wichtigsten biochemischen Funktionen von Ascorbinsäure in der Chemie des Körpers ist die Synthese, Bildung und Aufrechterhaltung einer proteinartigen Substanz namens Kollagen. Kollagen kann nicht ohne Ascorbinsäure gebildet werden, die für die Kollagenproduktion des Körpers unbedingt erforderlich ist. Kollagen ist die wichtigste strukturelle Substanz des Körpers.
Ausblick
Das Verfahren zum Ausloten der Ascorbinsäuredosis je Patient führt zur Linderung der meisten Symptome. Entweder diese Titrationsmethode oder große intravenöse Dosen sind unbedingt erforderlich, um hervorragende Ergebnisse mit Vitamin C zu erzielen.
[Achtung: Vitamin C oral oder intravenös – das kann individuell entschieden werden. Unabhängig davon ist wirklich viel Vitamin C notwendig.]
Studien mit geringeren Mengen sind fast nutzlos. Die orale Methode kann naturgemäß nicht durch Doppelblindstudien untersucht werden, da kein Placebo dieses Phänomen der Darmtoleranz nachahmt. Das Verfahren erzeugt bei allen Patienten, die in der Lage sind, diese Dosen zu tolerieren, solch spektakuläre Wirkungen, insbesondere bei akuten Viruserkrankungen, dass sie nicht zu leugnen sind. Ein Placebo könnte selbst bei Säuglingen und Kindern unmöglich so zuverlässig wirken und eine so tiefgreifende Wirkung auf kritisch kranke Patienten haben.
Belfield (32) hat ähnliche Ergebnisse in der Veterinärmedizin bei der Heilung von Staupe und Zwingerfieber bei Hunden mit intravenösem Ascorbat erzielt. Obwohl Hunde ihr eigenes Ascorbat produzieren, produzieren sie nicht genug, um die Toxizität dieser Krankheiten zu neutralisieren. Dieser Effekt bei Tieren könnte kaum ein Placebo sein.
Es wäre möglich, eine Doppelblindstudie zu intravenösem Ascorbat durchzuführen. Die Dosierung müsste jedoch von jemandem bestimmt werden, der mit dieser Methode vertraut ist.
Ein Teil der Schwierigkeit, die viele beim Verständnis von Ascorbat haben, besteht darin, dass die Ansprüche für seine Vorteile zu zahlreich erscheinen.
[Das ist die trockene Formulierung. Die Wirkungsbreite dieses natürlichen Verteidigungsstoffs ist enorm.]
Die meisten dieser klinischen Ergebnisse weisen lediglich darauf hin, dass große Dosen von Ascorbat die Heilungsfähigkeiten des Körpers steigern, von denen bereits bekannt ist, dass sie von minimalen Dosen von Ascorbat abhängen.
Ich gehe davon aus, dass andere essentielle Nährstoffe bei Krankheitszuständen verwendet werden, teilweise in unerwarteten Dosierungen. Komplikationen, die durch Ausfälle in Systemen verursacht werden, die von diesen Nährstoffen abhängen, werden gefunden.
[Da wären wir u.a. bei Diabetes]
Das Ausmaß der Ergänzungen, die erforderlich sind, um diese Komplikationen abzuwenden, wird nach den heute akzeptierten Standards außergewöhnlich erscheinen.
[Das ist milde ausgedrückt. Die Reaktion auf nimm 200 Gramm Vitamin C pro Tag kann mehr als außergewöhnliche Reaktionen produzieren. Menschen sind oft stärker mit ihrem Glauben assoziiert als mit ihren Lebenspartnern. Sie sind auch bereit dafür merkwürdige Dinge zu tun. Die Verneinung faktischer Beweise ist eines davon.]
Last but not least: Bei G6PD, einem Enzymmangel, wird geraten, Vitamin C vorsichtig zu steigern. Die Riordan Clinic behauptet, dass trotz G6PD Mangel bis zu 25 Gramm Vitamin C täglich sicher sind. Der Arbeit nach trat Hämolyse bei einige wenigen Patienten bei einer Dosis von mehr als 60 Gramm pro Tag auf. Da ist ein deutlicher Unterschied. Vorsicht gebietet bei höherer Dosis zu prüfen. Generell tritt G6PD Mangel bei Menschen aus Afrika oder der Mittelmeerregion auf.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6448313/
Hier die Quellen
http://www.doctoryourself.com/titration.html
1. Cathcart, R.F. Clinical trial of vitamin C. Medical Tribune, June 25, 1975.
https://www.sciencedirect.com/…/pii/0306987781901262
2. Cathcart, R.F. Clinical use of large doses of ascorbic acid. Presented at the annual meeting of the California Orthomolecular Medical Society, San Francisco, February 19, 1976.
http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download…
3. Cathcart, R.F. Vitamin C as a detoxifying agent. Presented at the annual meeting of the Orthomolecular Medical Society, San Francisco, January 21, 1978.
4. Cathcart, R.F. Vitamin C – The missing stress hormone. Presented at the annual meeting of the Orthomolecular Medical Society, San Francisco, March 3, 1979.
5. Cathcart, R.F. The method of determining proper doses of vitamin C for the treatment of disease by titrating to bowel tolerance. J. Orthomolecular Psychiatry, 10:125-132, 1981.
12. Stone, I. The Healing Factor: Vitamin C Against Disease. Grosset and Dunlap, New York, 1972.
http://visionearth.org/…/THE-HEALING-FACTOR-v20150318…
32. Belfield, W.O. and Stone, I. Megascorbic prophylaxis and megascorbic therapy: A new orthomolecular modality in veterinary medicine. Journal of the International Academy of Preventive Medicine, 2:10-26, 1975.
(Peter Oeser)